Frische
19.09.2017

Chicorée – belgischer Favorit

Chicorée ist in Belgien und Frankreich längst ein Favorit. Zeit, dass die Sprossen auch in Deutschland bekannter werden, finden wir. Hier lest ihr alles Wissenswerte über das bittere Gemüse.

Von April bis September feiert Chicorée Saison. In Belgien und Frankreich erfreut sich das Gemüse großer Beliebtheit – die Belgier verspeisen pro Kopf ungefähr neun Kilo Chicorée im Jahr. Auch wir sind Fans der bitteren Sprossen und geben euch alle Infos über Chicorée an die Hand:

Chicorée – Geschichte und Herkunft

Das bittere Gemüse ist ein Nachkomme der Wilden Zichorie, die in Europa, Nordafrika und sogar im Orient wächst. Im 17. Jahrhundert haben Kaffee-Fans die Wurzeln getrocknet und geröstet, um daraus einen günstigen Kaffee-Ersatz zu kochen.
Entdeckt haben den Chicorée, wie wir ihn kennen, übrigens die Belgier: Laut Überlieferungen haben Bauern um 1870 einige Zichorienwurzeln in einem Gewächshaus überwintern lassen und entdeckten nach einiger Zeit schließlich die blassen Sprossen. Daher hört das Gemüse auch auf den Spitznamen „Brüsseler Sprosse“. Heute gehört Belgien mit Frankreich und den Niederlanden zu den Ländern, die am meisten Chicorée anbauen und exportieren.
Übrigens: Chicorée braucht vollständige Dunkelheit zum Wachsen, denn nur so behalten die Sprossen ihre charakteristische Blässe. Seine Bitterkeit erhält das 10 bis 20 Centimeter lange Gemüse erst während der Lagerung im Tageslicht. Das ist auch der Grund, warum ihr losen Chicorée im Supermarkt manchmal erst suchen müsst – er wird abgedeckt!

Bitter ist das neue süß

Besonders charakteristisch für Chicorée ist seine leichte Bitterkeit. Daher eignet sich das Gemüse ideal für eine bittersüße Salat-Kombination mit Obst wie Mango oder Orangen und Gemüsesorten wie Fenchel oder Möhren. Doch auch außerhalb eines Salates überzeugt das bittere Gemüse. Warm macht sich Chicorée ganz hervorragend in Wok-Gerichten und auch mit Schinken umwickelt und mit Käse überbacken sind die Sprossen ein kulinarisches Highlight.
Profi-Tipp: Wem Chicorée zu bitter ist, der legt die Blätter vor der Verarbeitung für wenige Minuten in lauwarmes Wasser mit einer Prise Salz oder in Milch.
Ein enger Verwandter des hellen Gemüses ist der rote Chicorée. Er ist das Resultat einer Kreuzung aus Chicorée und Radicchio. Neben seinen roten Blättern unterscheidet er sich von seinem hellen Bruder durch den etwas weniger bitteren Geschmack.

Chicorée lagern und zubereiten

Wie bereits erwähnt, braucht Chicorée Dunkelheit, um so zu wachsen, wie wir ihn mögen. Gleiches gilt auch für die Lagerung: Bewahrt das Gemüse an einem dunklen und kühlen Ort auf. Allerdings sollten die Sprossen nie länger als vier Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.
Beim Einkaufen solltet ihr darauf achten, dass die Sprossen keine braunen Druckstellen haben. Außerdem gilt: Je grüner die Blätter, desto bitterer die Sprosse.
Bevor es an die Zubereitung geht, sollte das Gemüse zunächst kurz abgespült und geputzt werden. Achtet beim Zubereiten des Chicorées darauf, dass ihr ihn nicht in einer Pfanne, einem Topf oder Wok aus Aluminium zubereitet – die Blätter verfärben sich darin schwarz!

Und, wie esst ihr euren Chicorée am liebsten?


Autor
Vapiano Redaktion

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