Tricks & Tipps
15.03.2017

Licht, Kamera, ...: Tipps für das eigene Food-Fotoset

 

Katharina von ess.raum ist Food-Fotografin, Privatköchin, Food-Stylistin und Kochbuch-Autorin. Im Interview verrät sie uns, wie jeder Zuhause ein eigenes Set für tolle Food-Fotografie einrichten kann.

 

 

Hallo Katharina, schön, dass du Zeit für uns hast. Auf deinem Blog ess.raum setzt du unter anderem Essen perfekt in Szene. Woher kommt deine Leidenschaft für die Food-Fotografie?

 

Vielen lieben Dank, ich freu mich sehr, dass ich euch ein wenig über mich erzählen darf.

Ich habe erst durch Umwege zu meinem Traumberuf als Food-Fotografin gefunden. Vor sechs Jahren habe ich mich nach meinem Studium als Privatköchin selbständig gemacht und bin durch den Aufbau meiner Website auf Foodblogs gestoßen. Ich merkte, dass mir das unheimlich viel Spaß machte und habe mich dann recht schnell selber an das Fotografieren meiner Rezepte gewagt. Ich habe sofort gemerkt, dass ich dort all meine Leidenschaften vereinen kann. Nachdem ich zunächst 2 ½ Jahre als Privatköchin schöne kulinarische Events gestaltet und ausgerichtet hatte, wurden erst die regionale Presse und dann größere Koch-Zeitschriften auf mich und meine Art der Fotografie aufmerksam.

 

 

Seit drei Jahren arbeite ich nun hauptberuflich als Food-Fotografin und Kochbuch-Autorin. Mit der Food-Fotografie kann ich all meine Leidenschaften vereinen: das Entwickeln von spannenden Rezepten, das Kochen, das Anrichten von Gerichten, das Stylen von schönen Sets und das Fotografieren. Dass ich heute meinen Traumberuf als Food-Fotografin und Kochbuch-Autorin leben darf, macht mich täglich aufs Neue glücklich. Seit vielen Jahren haben für mich besondere, spannende und ungewöhnliche Aromenkombinationen eine starke Anziehungskraft. Ein Rezept ist dabei für mich immer ganz stark mit einer eigenen kleinen Geschichte verknüpft. Diese Geschichte zieht sich dann wie ein roter Faden vom Rezept bis hin zum fertigen Bild. Dieser kreative und intuitive Prozess ist einfach das Schönste an der Food-Fotografie. Mein Wunsch ist es immer, dass ich durch das fertige Foto eine kleine Geschichte im Kopf des Betrachters auslösen und ihn damit an den heimischen Herd locken kann.

Für unsere Gäste-Specials im September und Oktober sind wir auf der Suche nach den kreativsten Rezepten. Von Vorteil ist da natürlich ein leckeres Foto. Hast du ein oder mehrere Tipps, wie man zu Hause und mit ganz einfachen Mitteln ein kleines „Fotostudio“ einrichten kann?

 

Das Licht ist bei der Fotografie unheimlich wichtig. Ein kleines Fotostudio richtet man daher am Besten seitlich direkt neben einem Fenster ein. Sollte die Sonne zu doll scheinen und starke Schatten auf dem Set entstehen, kann man ein dünnes weißes Betttuch vor das Fenster hängen und hat somit einen tollen Diffuser. Für einen schönen Untergrund nehme ich gerne alte Holzpaletten oder Holzbretter, große Backbleche oder auch zurechtgeschnittene Linoleum-Stücke. Als Hintergrund eignen sich ebenfalls große Holzbretter, angemalte Bretter, Tapetenstücke oder große Holzkisten. Ansonsten ist ein Stativ noch recht wichtig, so hat man selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen und einer dadurch längeren Belichtungszeit keine verwackelten Bilder. Für den Start braucht man dann nur noch ein paar unterschiedliche Props, also einige schöne Teller, Besteck, Tabletts und Gläser - gerne alles Vintage, aber das ist Geschmacksache.

 

Licht spielt also eine wichtige Rolle beim Fotografieren: Sollte ich für mein Fotoshooting darum einen lichtdurchfluteten Raum nutzen oder lieber auf künstliches Licht setzen?

 

Wie schon oben beschrieben: ein gutes Basis-Setup ist ein Set direkt neben einem Fenster, mit direktem Tageslicht von der Seite. Man kann das Licht auch reflektieren, um einen zusätzlichen Lichtspot auf den Star des Bildes zu setzen. So ein Reflektor lässt sich ganz leicht selber bauen - hierfür eignet sich ein mit Alufolie eingewickeltes kleines Brett oder Pappstück. Den Reflektor dann auf der, von der Lichtquelle aus gesehen, gegenüberliegenden Seite des Sets aufbauen. Das Licht wird reflektiert und man kann es auf den Teller lenken. Für moody, also sehr dunkle Fotos kann man das Licht auch in einigen Bereichen des Sets blocken, indem man schwarzes Kartonpapier zwischen Set und Lichtquelle setzt und so Bereiche des Sets (z.B. den Hintergrund) sehr dunkel macht. Das Licht kann man somit ausschließlich auf den Star des Bildes, also den Teller voll Essen, lenken.

 

Im Allgemeinen ist ein lichtdurchfluteter Raum natürlich immer toll, aber ein größeres Fenster reicht völlig. Künstliche (Tageslicht)-Lampen sind nicht mein Fall und ich finde auch, dass man es immer sieht. Natürliches Tageslicht ist einfach am Schönsten, aber man ist natürlich leider abhängig von Tag- und Nachtzeiten.

Autor
Katharina Küllmer

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