03.11.2016

Augen auf beim Weinkauf: Tipps von Sommelier René Baumgart

Ihr trinkt gerne Wein, kauft aber immer nur die Sorte, die das schönste Etikett hat? Damit ist jetzt Schluss! Worauf ihr beim Weinkauf achten solltet, erklärt euch Sommelier René Baumgart im Interview.

 

Ihr wisst nicht, was ihr beim Weinkauf beachten sollt und verbringt Stunden vor dem Weinregal? Damit ist jetzt Schluss! Wir haben Sommelier René Baumgart nach Tipps für euren nächsten Wein-Einkauf ausgequetscht. Er muss es wissen, schließlich arbeitet er für den Weinimporteur, über den wir bei Vapiano unseren Hauswein beziehen. 

 

René, was bedeutet für dich guter Wein? 

Guter Wein ist für mich ein Wein, der mir zuallererst persönlich schmeckt, eine Geschichte erzählt und einen guten Trinkfluss hat.

 

Was trinkst du am liebsten, wenn du nicht „im Dienst“ bist?

Ich liebe Riesling, von trocken über leichte fruchtige Kabinetts bis hin zu Süßweinen. Auch Winzerchampagner und Rotweine aus der Rhône finden sich bei mir im Glas wieder!  

 

Nach welchen Kriterien kaufst du privat Wein?

Beim Weinkauf achte ich darauf, dass der Wein mir schmeckt. Außerdem sollte er lagerfähig sein. Und wenn ich den Winzer kenne, dann ist das auch nicht verkehrt. (lacht)

 

Viele Menschen kaufen nach dem Etikett. Wie sinnvoll ist das?

Das kann sinnvoll sein, wenn man auf Marken baut. Wenn man den Wein oder auch den Winzer kennt, dann ist das aus meiner Sicht auch vollkommen in Ordnung. Aber: Ein polarisierendes Etikett kann manchmal auch etwas verstecken oder über eine einfachere Qualität hinwegtäuschen. 

 

Mehr als jede zweite Flasche Wein, die die Deutschen kaufen, stammt aus dem Discounter oder dem Supermarkt – bekommt man dort überhaupt „guten“ Wein?

Klar bekommt man dort gute Weine! Die Discounter und Supermärkte haben in den letzten Jahren aufgerüstet und bauen immer mehr auf Qualität.

 

Und wo wir gerade bei Zahlen sind: Im Durchschnitt zahlt ein Deutscher 2,50 Euro für eine Flasche Wein. Ab wann ist es denn zu günstig?

Ich sage es mal so: Man sollte sich einfach nur einmal vor Augen halten, dass der Winzer etwas für seine Arbeit verdienen sollte. Dann kommen die Kosten für Flasche, Etikett, Verschluss, Transport, Werbung dazu und der jeweilige Discounter oder Supermarkt muss ja auch etwas verdienen. Da wird es bei 2,50 Euro eng! Am Ende entscheidet aber natürlich jeder selbst, was eine Flasche Wein kosten darf.   

 

Was ist der teuerste Wein, den du je getrunken hast?

Da gab es einige. (lacht) Ein 1900-er Château Margaux hat sich sehr gelohnt, der liegt mir immer noch auf der Zunge. Ein großartiger Wein, der eine wunderbare Geschichte erzählt hat. Würde ich jederzeit wieder trinken!

 

Vielen Dank für die tollen Tipps, René! Ihr sucht noch nach Inspiration für euren nächsten Weinkauf? Dann probiert euch doch bei eurem nächsten Vapiano-Besuch einmal durch unsere Vino-Karte! 

Quick-Check Weinkauf: So geht’s

 

• Nehmt euch Zeit für den Weinkauf

• Fragt nach jemandem, der euch berät und seid offen für Empfehlungen!

• Beschreibt dieser Person euren Geschmack so detailliert wie möglich

• Wenn möglich, verkostet den Wein 

• Wenn euch auf einer Party, beim Essen etc. ein Wein gefallen hat –  unbedingt merken! Allerdings: Ein Grauburgunder ist nicht gleich ein Grauburgunder.

• Vermeidet beim Weinkauf Lockangebote, schaut euch das Geschäft vorher genau an.

• Finger weg von Weinflaschen, die im Regal direkt angestrahlt werden – das tut keinem Wein gut!

Autor
Vapiano-Redaktion

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