Lifestyle
17.12.2018

Das perfekte Weihnachtsmenü: Interview mit Mario Pretzer

Ihr möchtet euren Liebsten ein festliches Weihnachtsmenü servieren, wisst aber nicht genau, was die Planung einschließen sollte? Unser Vapiano-Koch Mario Pretzer gibt euch wertvolle Tipps Hand die Hand.

Lieber Mario, schön, dass du heute Zeit für uns hast! Wie weit im Voraus sollte das anstehende Weihnachtsmenü geplant werden?

Wenn ihr viele Gäste zum Essen erwartet, gilt: Je früher ihr mit der Planung beginnt, desto besser. Feiert ihr Weihnachten im engsten Kreis der Familie, ist in der Regel eine weniger umfangreiche Planung nötig. Im nächsten Schritt solltet ihr euch euer Weihnachtsmenü überlegen. Hier ist ein wichtiger Faktor, ob ihr Gerichte zubereitet, die ihr schon oft gekocht habt, oder ob ihr ein neues Rezept ausprobieren möchtet. Neue Rezepte sollten vorher immer getestet werden – hier ist eine rechtzeitige Planung also auch von Vorteil.

Was sollte die Planung einschließen?

Zum einen solltet ihr euch fragen, ob ihr ausreichend Sitzplätze für alle Gäste zur Verfügung stellen könnt. Ihr habt zwölf Gäste eingeladen, aber nur Platz für acht? Kein Problem. Mit einem Flying Buffet oder Fingerfood als Vorspeise werden eure Liebsten satt, ohne dass alle gemeinsam an einem Tisch sitzen. Für alle älteren Gäste, die nicht mehr so lange stehen können, sollten allerdings ausreichend Sitzplätze vorhanden sein. Ebenso wichtig ist es, eure Gäste im Voraus nach Unverträglichkeiten, bestimmten Ernährungsformen oder Lebensmitteln, die sie einfach nicht mögen, zu fragen: Gibt es Veganer oder Vegetarier? Vertragen alle meine Gäste Gluten? Habt ihr all diese Informationen in Erfahrung gebracht, solltet ihr darüber nachdenken, welche technischen Möglichkeiten euch in der Küche überhaupt zur Verfügung stehen, und euer Weihnachtsmenü dahin gehend anpassen. Genauso wichtig ist es, sich bereits einen Schlachtplan für Heiligabend zurechtzulegen: Wie lange brauche ich, um mein Menü zu kochen? Kann ich vorher schon Bestandteile vorbereiten? Und: Wird vor oder nach der Bescherung gegessen?


Apropos vegetarische und vegane Ernährung: Was ist eine geeignete Alternative zum Festtagsbraten?

Ernährt sich ein Großteil eurer Gäste vegan oder vegetarisch, solltet ihr eine Alternative zum Braten parat haben. Wie bei unseren veganen Specials empfehle ich, auf natürliche Rohstoffe zu setzen und Zutaten wie Seitan oder Soja zu vermeiden. Verzichten nur ein bis zwei Gäste auf tierische Zutaten, könnt ihr euer geplantes Weihnachtsmenü ganz einfach anpassen: Lasst bei der Zubereitung eurer Beilagen Fleisch, Milchprodukte & Co. außen vor und füllt eure Knödel anstatt mit Schinken mit einem leckeren veganen Pesto. Außerdem könnt ihr zwei statt einer Gemüsebeilage anbieten. Kleiner Tipp: Als vegane oder vegetarische Vorspeise eignen sich Suppen ganz hervorragend.

Gänsekeule, Klöße und Rotkohl können auf Dauer vielleicht etwas langweilig sein. Hast du einen Tipp für ein mediterran angehauchtes Weihnachtsmenü?

Wer seinem Weihnachtsmenü eine mediterrane Note verleihen möchte, kann als Vorspeise ein Sellerie-Rote-Bete-Carpaccio mit Nüssen, Orange und einem feinen Olivenöl servieren. Natürlich lassen sich Tradition und Moderne auch verbinden. Denn ist der Gänsebraten erst mal zur Tradition geworden, lässt sich diese nur schwer ablegen, oder? Gänsekeulen sind im Handumdrehen mediterran zubereitet, zum Beispiel geschmort mit Rosmarin, Oliven und Orange. Als Beilage zum Fleisch passen eben nicht nur Klöße und Rotkohl. Serviert euren Liebsten stattdessen große Gnocchi mit mediterraner Füllung, Schmorgemüse mit frischem Rosmarin und Schalotten sowie ein Gewürzbrot mit Olivenöl.

Welche Getränke eignen sich für so ein festliches Essen besonders gut?

Ich reiche zu Beginn des Abends gerne einen Orangenpunsch als Aperitif. Dieser besteht aus Orangensaft, Weißwein, Pernod und Rum für die gewisse Würze sowie Nelken, Sternanis, Zimtstangen, Orangenschale und einer Sahnehaube – eine tolle Alternative zu Glühwein.
Wenn Kinder unter den Gästen sind, könnt ihr herkömmliche Softdrinks gegen eine frische Saftschorle mit Rhabarber oder Melone austauschen.
Für die Weinauswahl gilt: Weißwein gibts zu hellem Fleisch und Fisch, während Rotwein zu Schmorbraten und dunklen Fleischsorten gereicht wird. Für welche Sorte ihr euch entscheidet, solltet ihr vom Geschmack eurer Gäste abhängig machen. Und ihr solltet nicht sauer sein, wenn der Opa zum Essen lieber sein Bier trinken möchte.

Welcher Nachtisch passt zu einem Weihnachtsmenü?

Ihr kennt das sicher: Wenn das Dessert direkt nach dem Hauptgang serviert wird, bleibt es oft stehen. Eine perfekte Alternative ist daher ein Tischbuffet mit italienischem Kuchen. Dafür eignet sich Cassata, Panettone oder Crostata. Der große Vorteil dieses Gebäcks ist, dass es lange haltbar ist und ihr den Kuchen daher problemlos zwei Tage vorher backen könnt. Die perfekte herzhafte Ergänzung für das Buffet ist übrigens Gorgonzola mit Frischkäse und Birnen.

Wie sieht es mit der passenden Tischdekoration aus – hast du einen Tipp für eine festliche Tafel?

Ich mags puristisch. Wenn sich zu Weinflaschen, Gewürzen und dem Geschirr noch Deko gesellt, wird es schnell zu viel. Ich finde es außerdem schön, wenn die Tafel in hellen Farben gehalten und mit ein bis zwei Kontrastfarben, zum Beispiel in Form von Stoffservietten, aufgewertet wird. Die Teller decke ich immer mit ein, das macht was her, und die Deko kann vor dem Essen runtergenommen werden. Ich überrasche meine Gäste außerdem immer mit einem kleinen Gastgeschenk, wie selbst gemachter Konfitüre oder Pesto.

Vielen Dank für das tolle Interview, lieber Mario!

Wir hoffen, Marios Tipps erleichtern euch die umfangreiche Planung des Weihnachtsfests etwas. Wir wünschen euch viel Spaß beim Vorbereiten eures Weihnachtsmenüs!

Autor
VAPIANO

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