08.02.2018

Karneval: Kleines ABC für Jecken und Narren

Es ist Weiberfastnacht und das heißt: der Karneval geht los! Für alle, die mehr über die fünfte Jahreszeit erfahren wollen, haben wir ein kleines ABC erstellt – von K wie Kostüme bis L wie Lieder.

An Weiberfastnacht verwandeln sich viele Städte in Deutschland um 11:11 Uhr zu waschechten Partymeilen, denn dann beginnt der Karneval. Bis Aschermittwoch feiern die Jecken und Narren die sogenannte fünfte Jahreszeit. Neben der Bezeichnung Karneval habt ihr sicher auch schon mal „Fastnacht“ und „Fasching“ gehört, oder? In Gegenden wie Hessen, dem Saarland, Franken, Baden und Württemberg, sowie in Oberbayern und der Schweiz verwendet man den Begriff Fastnacht. Dieser leitet sich von dem althochdeutschen Begriffen „fasta“ (Fastenzeit) und „naht“ (Nacht) ab und beschreibt die Zeit vor dem Fasten. In Sachsen, Bayern und Österreich hingegen hört die fünfte Jahreszeit auf den Namen Fasching. Auch dieses Wort hat etwas mit der Fastenzeit zu tun: Es leitet sich von dem Wort „Fastenschank“ ab, dem Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. Last but not least gibt es natürlich auch noch den Karneval, der vor allem im Raum Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf gefeiert wird. Die Herkunft dieses Wortes kann allerdings nur vermutet werden: Angeblich stammt sie vom mittellateinischen „carne levare“, das „Fleisch wegnehmen“ bedeutet und somit ebenfalls eine Anspielung auf die anstehende Fastenzeit ist.

Mehr Wissenswertes zur fünften Jahreszeit haben wir für euch in einem kleinen Karneval-ABC zusammengefasst:

K... wie Kostüme

Kostüme und Verkleidungen gehören zum Karneval dazu, wie die Tomatensauce auf die Pizza. Aber woher kommt diese Tradition? Karneval fällt genau zwischen die Jahreszeiten Winter und Frühling. Schon vor langer Zeit begannen die Menschen damit, am Ende des Winters die bösen Geister zu vertreiben, um dem Frühling seinen Einzug zu ermöglichen – und das taten sie verkleidet. In der Hoffnung, die Geister so in die Flucht zu schlagen, setzten die Menschen sich zum Beispiel Masken auf und machen mit Glocken und Peitschen richtig Lärm. Die Tradition, sich zu verkleiden, hat sich bis heute gehalten – fragwürdig ist jedoch, ob die Geister vor Krankenschwester, Clown & Co. heute noch genauso viel Angst haben.

A... wie Alaaf

„Kölle Alaaf“ hat wohl jeder Besucher des Karnevals schon unzählige Male gehört. Aber was bedeutet der Ausruf? Eins zu eins übersetzt bedeutet „Alaaf“ „über alles“, in Kombination mit „Kölle“ also so viel wie „Köln über alles“. Experten zufolge gab es diesen Ausruf bereits im 16. Jahrhundert! „Kölle Alaaf“ dient allerdings nicht nur zur Identifikation der Kölner Jecken, sondern ist vielmehr auch ein Stimmungsmacher. Daher wird der Ausruf zur Karnevalszeit auch in Gegenden wie Bonn und Aachen benutzt. Aber aufgepasst: In Düsseldorf solItet ihr euch nicht beim „Alaaf“-Rufen erwischen lassen, hier und in anderen Regionen rufen Karneval-Fans „Helau“ oder „Ahoi“.

R... wie Rio

Nicht nur in Deutschland wird leidenschaftlich gern Karneval gefeiert – der wohl weltweit bekannteste Karneval findet jedes Jahr in Rio de Janeiro, Brasilien statt. In Rio ist es üblich, dass die vielen Sambaschulen zu diesem Anlass gegeneinander antreten. Die „Kampfarena“ ist das
Sambódrom: Jede Sambaschule hat genau 82 Minuten für ihren Umzug Zeit. Bewertet werden schließlich die Kostüme, die Harmonie innerhalb der Gruppe, die Musik und die Kreativität der Show. Am Aschermittwoch verfolgt das ganze Land dann die Siegerehrung live vor Ort oder vor dem Fernseher, denn dann verkündet die Jury den glücklichen Gewinner.

N... wie Narren und Jecken

Die Begriffe „Narr“ und „Jeck“ meinen im Grunde genommen dasselbe: Eine Person, die gerne Späße macht und Karneval feiert. Heutzutage sind damit vor allem die Teilnehmer des Karnevals gemeint. Im Rheinland benutzt man übrigens eher den Begriff „Jeck“, in allen anderen Regionen „Narr“.

E... wie Elf

Die Zahl elf taucht in Zusammenhang des Karnevals immer wieder auf, denn sie ist eine närrische Zahl. Sie wird abgeleitet vom offiziellen Karnevalsbeginn, der bereits am 11. November – also am 11.11. – stattfindet. Außerdem hat auch der Elferrat, wie der Name bereits verrät, elf Mitglieder. Dieser Rat übernimmt in der Regel organisatorische Aufgaben: Sie organisieren zum Beispiel Karnevalssitzungen und Umzüge. Traditionell sind in den Elferräten nur Männer zugelassen, einige Vereine haben ihre Regeln allerdings gelockert und heißen auch Frauen in ihren Reihen willkommen – we like!

V... wie Veilchendienstag

Vor dem Aschermittwoch, dem letzten Tag des Karnevals, können die Jecken und Narren am Veilchendienstag noch einmal richtig aufdrehen. An diesem Tag finden sogar noch einzelne Karnevalsumzüge für alle statt, diese sind allerdings nicht so pompös wie die am Vortag. Der Veilchendienstag wird außerdem oft als Übergang in die Fastenzeit verstanden, die bis Ostern andauert. Also: Besser noch mal richtig reinhauen, bevor es nichts mehr gibt!

A... wie alternativer Karneval

Der alternative Karneval zeigt: Es kann auch um ernste Themen gehen. In dieser Version des Karnevals geht es nämlich nicht nur um inhaltslose Witzeleien, sondern darum, Kritik an politischen und gesellschaftlichen Problemen zu üben. Das passiert zum einen auf dem Geisterzug am Samstagabend, an dem keine Wägen teilnehmen, sondern nur als Geister verkleidete oder komplett dunkel gekleidete Menschen. Zum anderen machen politische Kabarettisten ihrem Ärger auf den Stunksitzungen Luft, die im Kölner Raum bereits seit 1984 stattfinden.

L... wie Lieder

Zum Karneval gehört es natürlich auch dazu, aus voller Kehle die klassischen Karnevalslieder mitzusingen. Klassiker wie „Kölsche Jung“, „Ich will keine Schokolade“ und „Et jitt kei Wood“ dürfen nicht fehlen. Wer diese Lieder noch nicht kennt und sich auf seinen Karnevalsbesuch vorbildlich vorbereiten möchte, lernt am besten direkt alle Refrains auswendig.

Egal, ob ihr Karneval, Fasching oder Fastnacht feiert – wir wünschen euch eine spaßige fünfte Jahreszeit!

Autor
Vapiano-Redaktion

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