Lifestyle
21.01.2016

Noilly Prat – Wermut auf Französisch

Der bekannteste Wermut, ein mit Kräutern und Gewürzen versetzter Wein, ist wohl Martini aus Italien. 1863 wurde dieser erstmals in Pessione nahe Turin präsentiert. Die Franzosen waren den Italienern allerdings einen Schritt voraus: Bereits 1813 entwickelte Joseph Noilly, Händler erlesener Weine und Spirituosen, in Südfrankreich sein erstes Rezept für einen trockenen französischen Wermut. 1855 gründete dann sein Sohn Louis Noilly zusammen mit seinem Schwiegersohn Claudius Prat die Firma NOILLY PRAT & Cie – und produzierte nun ihre Version des Wermuts. Im Gegensatz zum klassischen italienischen Wermut ist Noilly Prat trocken, wodurch die feinen Gewürze und Kräuter, die dem Wein beigesetzt werden, besonders gut zur Geltung kommen. Die Rezeptur ist natürlich ein wohl gehütetes Geheimnis. Ein paar Details zur Produktion sind dennoch bekannt.
 
Reifung unter freiem Himmel
In Marseillan, einer kleinen Hafenstadt an der südfranzösischen Küste, wird der mit Gewürzen und Kräutern aromatisierte Wein hergestellt: In großen Eichenfässern lagern die in der Region angebauten Weißweine Picpoul und Clairette, die nach acht Monaten in kleinere Fässer umgefüllt werden. Hier kommt die Natur ins Spiel: Die Weine reifen unter freiem Himmel, der Einfluss von Sonne, Wind und Witterung des Mittelmeers versetzt ihnen ihre ganz individuelle Note. Später werden die Mistelle, ein mit Weinalkohol versetzter Most der Muskattraube, und Essenzen von Zitrone und Himbeere hinzugefügt. Zum Schluss kommt noch eine spezielle Mischung aus ungefähr 20 Kräutern und Gewürzen hinzu, deren Zusammensetzung streng geheim ist. Anschließend reift der bernsteinfarbene Tropfen noch mehrere Monate – et voilà! – , dann ist er bereit zur Abfüllung.

Noilly Prat: So vielseitig!
Und was passiert dann damit? Für Cocktailliebhaber ist klar: Noilly Prat gehört in jede gut ausgestattete Hausbar. Er lässt sich pur, auf Eis oder gemixt genießen – zum Beispiel als klassischer Dry Martini.
Der trockene Wermut findet aber auch beim Kochen Verwendung. Zum Beispiel zum Ablöschen von Saucen: „Noilly Prat passt hervorragend zu Fisch und verleiht dem Gericht so eine leichte, fruchtige Note“, wissen unsere Vapianisti. Kein Wunder, dass sich der feine Franzose auch in den VAPIANO Specials im Januar und Februar wiederfindet: Unsere Pasta Frutti Di Mare werden mit einem Meeresfrüchte-Mix, knackigem Fenchel, Karotten und Estragon zubereitet. Das gewisse Etwas verleihen ihnen Weißwein, Weinbrand und – tadaa! – ein Schuss Noilly Prat.

Noch ein kleiner Tipp für die Dinner-Konversation: Ausgesprochen wird die französische Spezialität ungefähr so: „nwaji prat“. Am besten lässt man sich das aber nochmal von einem Franzosen zeigen ... Bon appétit!

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