Lifestyle
26.09.2018

Zu Besuch bei Frau Meise: Fünf Fragen an Instagramer, die wir lieben

Marie alias Frau Meise betreibt eine Parzelle in Hamburg. Warum sie sich einen Schrebergarten zugelegt hat und was sie an ihrem liebsten Hobby am meisten schätzt, hat sie uns in einem Interview verraten.

 

Sich dem städtischen Alltag ab und an zu entziehen, nachhaltiger zu leben und sich selbst mit Obst und Gemüse zu versorgen – davon träumen viele Menschen. Marie hat sich diesen Traum erfüllt, als sie sich vor fünf Jahren eine Parzelle in Hamburg gekauft hat. Auch wir widmen uns mit unseren Urban-Garden-Specials diesem Thema und setzen auf lokal angebaute und saisonale Zutaten. Höchste Zeit also für ein Interview mit Frau Meise! Auf ihrem Blog nimmt die Architektin euch mit in ihre Parzelle, gibt wertvolle Tipps und versorgt euch mit vielen Inspirationen. Ihr wollt mehr über Marie und ihr Hobby erfahren? Los gehts!

 

Liebe Marie, toll, dass du uns heute ein paar Fragen zu deinem liebsten Hobby beantwortest. Seit 2013 bist du stolze Besitzerin einer Parzelle. Wie kam es zu der Entscheidung, sich des Projekts „Schrebergarten“ anzunehmen?

 

Mein Freund und ich wollten ein kleines Fleckchen Grün, auf dem wir uns austoben können. Und wir hatten keine Lust, dafür jedes Mal aus der Stadt herauszufahren. Also bot sich ein Schrebergarten an! Hier können wir uns entspannen, in der Erde wühlen und werkeln. Ein toller Ausgleich zum Stadtleben! Vor einigen Jahren galt der Schrebergarten für viele allerdings noch als der Inbegriff der Spießigkeit. Auch als wir vor fünf Jahren eher durch Zufall an unseren Garten gerieten, wurden wir manchmal noch schräg angesehen, wenn wir uns als „Laubenpieper“ outeten. Früher hätten wir nie gedacht, dass wir einmal einen Schrebergarten haben würden, und heute können wir uns unser Stadtleben gar nicht mehr ohne unsere Parzelle vorstellen!

Am Anfang bedeutete das sicher viel Arbeit. Habt ihr die Umbauarbeiten an der Parzelle selbst übernommen?

 

Ja, den Garten und die Laube haben wir im Laufe der Jahre komplett umgekrempelt. Die Laube war ein unattraktiver Kasten mit dem Charme der 70er-Jahre und der Garten hatte einen langweiligen Friedhofscharakter. Wir haben gleich losgelegt, die Laube zu renovieren, den Garten umzuwühlen und einen Gemüsegarten anzulegen. Die Veränderung sah man sofort, allerdings hält sie bis heute an! Der Garten entwickelt sich Jahr für Jahr und wird immer schöner. Auch in und an der Laube gibt es immer etwas zu tun: Den ehemals schnöden, teilweise verrotteten Kasten haben wir zu einer gemütlichen Laube im nordischen Stil umgebaut. Dafür haben wir das alte Dach abgerissen, das undicht war, und ein neues Satteldach gebaut, unter dem sogar eine kleine Schlafkammer entstand. Die Wände, den Fußboden und die Innenverkleidungen mussten wir entweder erneuern oder reparieren. Wir bekamen passenderweise altes Baumaterial wie Kanthölzer, Fenster, Dachpfannen und Bretter von einem Hausumbau geschenkt und konnten alles wiederverwenden.

Du baust viel selbst an – auf welche Obst- und Gemüsesorten könntest du auf keinen Fall verzichten?

 

Es gibt einige Klassiker, die ich immer anbaue. Wie zum Beispiel Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Buschbohnen, dicke Bohnen, Möhren, Salat, Zuckerschoten, Zucchini, Kürbis, Rotkohl, Grünkohl und Mangold. Daneben probiere ich immer wieder unterschiedliche Sorten und gucke, ob es funktioniert. Manche Sorten wachsen sehr gut, andere kommen überhaupt nicht. So langsam habe ich herausgefunden, was gut geht.

Könnt ihr euch mit der Ernte komplett selbst versorgen?

 

Es kommt auf das Jahr und die Witterung an. Wenn alles gut läuft, müssen wir im Sommer kein Obst und Gemüse kaufen. Aber um sich das ganze Jahr über selbst zu versorgen, reicht es nicht. Einiges koche ich ein oder lagere es in unserem Minikeller im Schrebergarten ein. So reichen zum Beispiel Kartoffeln bei uns bis in den Dezember hinein.

 

Ein Blick auf deinen Blog und deinen Instagram-Account zeigt, dass du nicht nur einen grünen Daumen, sondern auch ein Händchen für Dekoration und Handwerken hast. Gibt es ein Projekt, auf das du besonders stolz bist?

 

Mein Gärtnerhäuschen im Gemüsegarten, das ich entworfen und gemeinsam mit meinem Freund gebaut habe. Im vorderen Teil stehen die Tomaten geschützt und gut durchlüftet unter einem Dach. Im hinteren Teil habe ich meinen Arbeitsplatz mit einem alten Terrazzowaschbecken und einer Arbeitsplatte aus Gerüstbohlen für Umtopfarbeiten. Im Frühjahr verwandeln wir einen Teil des Tomatenhauses in ein Minigewächshaus, in dem die Jungpflanzen herangezogen werden. Am Häuschen habe ich einen Weg aus alten Ziegeln gepflastert, die wir von einer alten Steinlaube haben, die abgebrochen werden musste.

Tausend Dank für das schöne Gespräch, Marie. Wir freuen uns schon, zu sehen, welche Projekte du in deinem Schrebergarten als Nächstes in Angriff nimmst!

Autor
VAPIANO

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